Autorenschicksal: Man gewöhnt sich nie daran ...

Dem Tag, an dem ein neuer Roman veröffentlicht wird, geht eine schlaflose Nacht voran. Immer.
Jetzt sitze ich da, die zweite Tasse Kamillentee steht vor mir auf dem Tisch, und mein Herzklopfen nimmt trotzdem zu. Der Puls rast, meine Wangen sind rot, im Magen kribbelt es. Ich weiß, dass ich irgendwann ins Bett gehen und dann schlaflos in der Dunkelheit an die Decke starren werde. Dann beginnt das Lichterspiel.
Licht an, der Griff zum Kindle. So sehr mich die Lektüre sonst packt, nach zwei - maximal drei - Seiten starre ich auf das Display und habe keine Ahnung, was ich lese. Ich lege den Kindle weg.

Licht aus.
Schäfchen zählen. Bei neunundneunzig- tausendneunhundertneunundneunzig gebe ich dann auf. Was zu viel ist, ist zu viel. Oder habt ihr schon einmal eine Schafherde mit einhunderttausend Schafen gesehen? Ich nicht.
Licht an. Vielleicht doch noch einen Kamillentee? Oder lieber Baldrian? Um diese Uhrzeit? Quatsch. Dann wache ich ja doch wieder auf, weil die Blase drückt. Und in der Nacht aus den Federn zu kriechen macht nun Mal keinen Spaß. Oder?
Also: Licht aus.
Und dann, irgendwann, falle ich doch in einen tiefen Schlaf. Ob ich träume? Keine Ahnung. Ich erinnere mich an nichts, wenn ich wie gerädert aufwache, aus dem Bett springe und ins Büro laufe um den Computer anzuschalten.
8.3. Weltfrauentag. Und der Tag, an dem mein neuer Roman erscheint.