Gelüftete Geheimnisse: Lisa Torberg hautnah. (Die Autorenflüsterin)

Sie hat es geschafft. Die "Autorenflüsterin", mit bürgerlichem Namen Barbara Prill, hat mir so manches Geheimnis entlockt. Ein Interview der besonderen Art ...


Und das am Tag meines offiziellen "Gesichts-Outings" und der Veröffentlichung meines neuen Romans "The Choice: Mut zur Liebe" (Monica Bellini). Ich habe meinen Protagonisten ein wenig von dem Mut weggenommen, um eurem Wunsch nachzukommen und ihr mich endlich ein wenig besser kennenlernt.

 

Meine Lieben, die AUTORENVORSTELLUNG geht mit einem, wie ich meine, großartigen INTERVIEW mit der fabelhaften Lisa Torberg weiter und weil ich mit Persönlichem auffahre, hier extra für Euch das wahre Gesicht ;) von der Lisa:

Amazon weiß so einiges über Lisa zu berichten, allerdings habe ich heute nach mehrstündigen Telefonat mit Lisa festgestellt, dass es zwar alles stimmt, aber dennoch alles Mist ist 😉 Wer mich kennt, weißt, dass ich da mehr für das direkte, persönliche und offene Wort stehe, als für trockene Fakten. Mal sehen, wie weit wir bei Lisa kommen 😉

 

-Liebe Lisa, zuerst einmal: herzlichen Dank für das Interview und deine Zeit. Viel zu gerne würde ich einfach unser Telefonat „zitieren“, da ich aber weiß, dass du nur bedingt dein Privates preis gibst, werde ich es mir verkneifen 😉 Dass du dennoch ein sehr offener und warmherziger Mensch, um dich jetzt nicht die berühmte „coole Socke“ zu nennen, liegt wahrscheinlich an deinen internationalen Wurzeln und der ebenso offenen Erziehung deiner weltoffenen Eltern.
Du bist hauptberuflich, hierzu werde ich kein weiteres Wort verlieren, sehr viel in der Welt unterwegs, was zwar deine Zeit als Schriftstellerin begrenzt, dich dennoch zu dem Menschen macht, der du bist. Die polyglotten Einflüsse lassen sich nicht leugnen. Dass du die ganze Welt mittlerweile bereist hast, hilft dir beim Schreiben oder spielt es keine Rolle? Verarbeitest du deine Weltkenntnisse und Erfahrungen in deinen Geschichten, oder haben sie keinen Einfluss drauf?

LISA: Zuerst einmal danke für die Einleitung, Barbara. Nicht vielen Menschen gelingt es, mich von einem Interview zu überzeugen. Du hast es geschafft …
Alles in meinem Leben spielt eine Rolle beim Schreiben. Von Kind an in verschiedenen Ländern gelebt zu haben, ist nur ein Teil davon. Menschen verschiedenster Kulturen kennenzulernen, ein zweiter. Ich bin davon überzeugt, dass ohne diese äußeren Reize das Schreiben nicht Teil meines Berufs geworden wäre. Auch, dass es nur dadurch im Laufe der Jahrzehnte immer stärker durchkam und ich schließlich sogar begann, Liebesromane auf Deutsch zu schreiben.

-Ich wollte dich schon vor Monaten von der Plattform Snipsl überzeugen und als Autor gewinnen und doch klappte es aus zeitlichen Gründen erst kürzlich. Da dein neustes Projekt erst jetzt dort präsentiert wird, hast du noch nicht so viele Erfahrungen dort sammeln können und doch- ich weiß, ich bin schrecklich 😉- wüsste ich gerne, was für dich ausschlaggebend war, dich der Plattform anzuschließen.

LISA: Eine klare Antwort? Du. Eine liebe Freundin und Autorenkollegin ist auf Snipsl, und sie habe ich kurz befragt. Doch ausschlaggebend war unser Telefongespräch. Klare Fragen bedürfen klarer Antworten, und die hast du mir gegeben.

-Seit Jahren bist du als Autorin präsent. Man könnte dich einen „alten Hasen“ nennen, der alle Vor- und Nachteile der Branche kennt. Du übernimmst beinahe jegliche Tätigkeit um deine Bücher herum alleine: Marketing, steuerst die Werbung, arbeitest eng mit den Designern an den Covers etc. Bist du gerne ein Mensch, der über alles die Kontrolle behält, oder sind es schlechte Erfahrungen, die dich zu Einzelkämpferin machen? Bitte nicht missverstehen, aber du hast mir verraten, dass du z.B nicht so gerne mit Verlagen arbeitest und dir von denen alles diktieren lässt. Ich habe ebenfalls eine vorgefasste Meinung über die Verlage, die ebenfalls auf Erfahrungswerten basiert, dennoch bin ich für einen regen Gedankenaustausch dankbar. Ich schweife schon wieder ab…also Kontrollfreak oder schlechte Erfahrungen? 😉

LISA: Das liegt sicher daran, dass ich seit Jahrzehnten immer in Führungspositionen gearbeitet habe, und demnach berufsbedingt die Rundum-Kontrolle haben muss. Natürlich gebe ich auch Dinge aus der Hand, aber ich bin nun einmal davon überzeugt, dass man vor allem als Self Publisher den Überblick behalten muss, um Erfolg zu haben. Wenn man zudem noch das Glück hat, selbst IT-affin zu sein. Grafikprogramme kennt, layouten kann, und schon vor Jahrzehnten mit Buchdruck zu tun hatte, dann ergibt sich der Rest von selbst. Tatsache ist jedoch, dass die äußeren Umstände auch passen müssen. Früher musste ich Purzelbäume schlagen, um neben meiner 60-Stunden-Arbeitswoche die Familie unterzubringen, aber es klappte. Mittlerweile sind meine Kinder längst erwachsen und längst außer Haus und auch ich habe meine Lebensumstände in den vergangenen Jahren verändert. Beruflich delegiere ich immer mehr, habe dadurch ausreichend Zeit, um zu Schreiben und mich um das Rundherum meiner Bücher zu kümmern. Was sich nicht geändert hat, ist die durchschnittliche 60-Stunden-Woche. :)

-Wie gehst du persönlich mit einer Idee um? Wenn du eine Story im Kopf hast, kennst du den Ausgang, oder entwickelt sie sich erst allmählich während des Schreibens?

LISA: Das ist eine berechtigte Frage, klingt auch ganz einfach, doch die Antwort ist komplex. Es gibt Geschichten, die sich aus persönlichen Erlebnissen herausentwickeln. Einer meiner Romane ist so gesehen im ersten Drittel absolut autobiografisch, doch anstatt abzuwarten, wie sich mein Leben entwickelte, habe ich mit der Fantasie den Fortgang erfunden. Damals schrieb ich einfach drauflos, und war selbst über das Ende erstaunt.
Aber normalerweise bin ich ziemlich strukturiert, und schreibe nach der "alten Schule". Damals nannte man es "Gliederung", wie bei Schulaufsätzen. Simpel erklärt bedeutet das, es gibt einen Anfang, einen Höhepunkt und einen Schluss. Der Plot eines Romans ist vielschichtiger strukturiert, da es in einem Roman mehrere Höhepunkte gibt, auch Kehrtwendungen, manchmal Ereignisse, die alles in Frage stellen. Ich erarbeite meine Plots ständig, habe eine bereits gut gefüllte Datenbank, Mind Maps, seitenweise Szenen und Textschnipsel, 17 fertige Plots und Exposés, weitere in Arbeit. Immer, wenn mir etwas einfällt, schreibe ich es auf. Als IT-Freak zumeist direkt an einem meiner Rechner, falls ich keinen zur Hand habe, in einem Notizbuch.

-Bist du noch gezwungen für deine Bücher Recherche zu betreiben, oder ist das aufgrund deiner „geographischen“ Kenntnisse nicht mehr nötig?

LISA: Jetzt muss ich schmunzeln. Nein, geografische Recherche muss ich wirklich keine betreiben. Ich habe noch lange nicht alle Plätze auf der Welt in meine bisher veröffentlichten Romane eingebracht, nicht einmal in alle Plots, die darauf warten aufgearbeitet zu werden. Aber natürlich betreibe ich Recherche andere Dinge betreffend, da ich in meinen Büchern ja oft Themen verarbeite, die diese unbedingt nötig machen. Als Autorin habe ich meinen Lesern gegenüber eine Verantwortung. Zumindest sehe ich das so, da ich auch selbst viel lese. Nichts ist schlimmer, als in Büchern schlecht oder nicht recherchierte "Fakten" zu lesen. Ich finde das unverantwortlich, auch wenn es Leser nicht unbedingt wissen oder erkennen.

-Du hast mir erzählt, dass du auch deine eigenen Erlebnisse in deinen Büchern mit verarbeitest. Ich bin davon überzeugt, dass dies unumgänglich ist und man als Individuum gar nicht drum rum kommt, das Erlebte nicht miteinließen zu lassen. Auch wenn du bereits über einen bestimmten Erfahrungsschatz verfügst, braucht man als Schriftsteller stets neue Ideen. Wodurch entstehen deine? Hast du einen bestimmten Ort an dem du besonders kreativ bist, oder gibt es eine Musik, die dich besonders inspiriert?

LISA: Wie schon gesagt, viele Ideen liegen und warten darauf, verarbeitet zu werden. Alle, auch zukünftige, sind auf mein aktives, vielfältiges Leben und die vielen Menschen, die ich beruflich und privat kennenlerne, zurückzuführen.

- Welches Buch eines anderen Autors hättest du gerne selbst geschrieben ?
LISA: Mehrere. Aber wenn ich eines vor alle anderen stelle, dann sicher "Bagheria" von Dacia Maraini.
-Was möchtest du selbst unbedingt noch lesen ?
LISA: Das kann ich dir nicht beantworten. Ich bin eine Vielleserin, quer durch verschiedenste Genres (mein Lieblingsgenre ist übrigens das der Thriller und Krimis), und habe meine "Wunschbücher" bereits gelesen. Aber jeden Monat kommen neue dazu, wobei ich keinen Unterschied zwischen Verlagsbüchern und Self Publishern mache.
-Du schreibst bereits seit Ewigkeiten 😉Kannst du dich noch erinnern, was du empfunden hast, als dein allererstes Buch veröffentlicht wurde?
LISA: Allerdings. Das war damals, lange vor dem Aufkommen der eBooks, ganz etwas anderes als heute. Allein der Prozess des Schreibens mit einer Schreibmaschine, in der man mehrere Blätter und Durchschlagpapier eingespannt hatte, war kompliziert. Man konnte nicht einfach korrigieren, Lektoren notierten am Rande des Manuskripts handschriftlich (und oft mit Klaue) ihre Bemerkungen, und dann ging alles von vorn los. Und der Tag, an dem ein Verlag auf dich aufmerksam wird, dich einlädt, und dir die Veröffentlichung vorschlägt – das war der schönste. Der Tag, an dem das Buch erscheint natürlich auch, denn das erste gedruckte Exemplar in der Hand zu halten ist immer ein berührendes Erlebnis. Auch heute noch.
-Wenn du mal tatsächlich schreibst und nicht deinen anderen beruflichen Verpflichtungen nachgehst, wie sieht dein Alltag als Autor aus?
LISA: Das ist zum Glück immer öfter der Fall, auch wenn ich manchmal nach ein paar Stunden unterbrechen muss, um mich um Geschäftliches zu kümmern. Nun, ich bin eine Frühaufsteherin und Workaholic. Normalerweise sitze ich um fünf Uhr bereits am Computer, neben mir eine Kanne Kräutertee. Die zweite Kanne folgt etwa um sechs Uhr. Um sieben mache ich eine Pause. Als Italienerin komme ich ohne einen ordentlichen Espresso nicht aus. Um ehrlich zu sein, begleiten mich mehrere Espressi durch den Tag … Wenn ich daheim bin, egal wo (ich wechsle zwischen verschiedenen Wohnsitzen), koche ich mittags, esse, schreibe weiter. An guten Tagen, wenn mich niemand unterbricht, schreibe ich bis zehn Uhr abends durch. Dann gehe ich ins Bett und lese … :) Ach ja, und zwei bis drei Mal pro Woche gehe ich trainieren – egal wo ich bin. Fitness ist für mich genauso wichtig wie Information, weshalb ich immer nebenbei in einem Browserfenster die Breaking News der BBC und der italienischen Nachrichtenagentur geöffnet habe.

-Die meisten hassen diese Frage 😉 und dennoch: was sind deine Stärken? Worauf kannst du im Leben immer bauen und was behindert dich?

LISA: Ich glaube, dass meine größte Stärke auch meine größte Schwäche ist: die penible Organisation. Alles muss perfekt, geordnet und getimet sein und es fällt mir schwer, davon abzuweichen. Das beginnt bei meiner Kleidung, die im Schrank nach Farben geordnet hängt und liegt, und geht bis zu meinem Terminplaner, in dem alles durchgetaktet ist.

((Das glaube ich jetzt nicht 😉 Meine Kleidung hängt auch nach Farben sortiert in meinem Schrank und ich organisiere ebenfalls alles komplett durch))

- Was ist dein persönliches Lebensmotto ?

LISA: Um es mit einem Sprichwort zu sagen: "Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heitren Stunden nur." Ich sehe das Glas immer halb voll und nie halb leer.

((Gott- bist du mir sympathisch 😉 ))

-Was bevorzugst du privat Handtasche oder Rucksack und was darf drin auf keinen Fall fehlen ?

LISA: Eher Handtasche, da ich beruflich bedingt immer elegant gekleidet bin. Und was nie fehlen darf, ist der Lippenstift.

-Am Telefon hat mir Lisa erzählt, dass sie mal verheiratet war und zwei großartige Töchter hat 😉Scheinbar hat es bei dir, wie bei den meisten Frauen mit der ersten großen Liebe nicht geklappt… keine Angst - war nur die Überleitung, ich möchte nichts Privates ausplaudern. Bist du eine Frau, die immer noch an die große Liebe glaubt, oder eher weniger? Und falls ja: glaubst du an die Liebe auf den ersten Blick, oder bist du eher davon überzeugt, dass tiefe Gefühle erst langsam entstehen können?

LISA: Natürlich glaube ich an die Liebe. An die auf den ersten Blick, aber auch an die auf den zweiten. Und, wie es in meiner offiziellen Biografie zu lesen ist, lebe und schreibe ich nach der Devise: „Die Liebe ist das einzige Spiel, bei dem es zwei Verlierer geben kann. Oder zwei Gewinner.”

-Worauf möchtest du in deinem Leben auf keinen Fall verzichten müssen?

LISA: Auf meine Töchter. Sie sind zwei wundervolle, selbstständige und erfolgreiche junge Frauen, und das, obwohl ich keine physisch stets präsente Mutter sein konnte. Ich bin stolz auf sie, liebe sie von ganzem Herzen, und würde für sie auf alles verzichten.

-Und etwas weiß ich absolut nicht: magst du Tiere?
Wahrscheinlich hast du gar keine Zeit dafür. Spaß bei Seite 😉 Müsstest du dich über ein anderes Lebewesen identifizieren, welches wäre es?

LISA: Ich liebe Tiere! Ich bin mit Hunden aufgewachsen, stets mehr als einem, und hatte Pferde. Mein erstes Springpferd schenkte mir mein Großvater als ich fünf war. Viele Jahre lang bin ich Wettbewerbe geritten, auch noch nach einem schweren Reitunfall. Das musste ich später berufsbedingt aufgeben, da es mit meinen Verpflichtungen und den vielen Reisen nicht vereinbar war. Aber Hunde hatte ich auch später noch – und sicher werde ich mir irgendwann wieder einen aus einem Tierheim holen, wenn ich sesshafter werde. Das ist derzeit einfach nicht möglich, da ich jeden Monat mehrmals ins Ausland fliege. Ach ja … Wenn ich mich mit einem Tier identifizieren müsste, dann wäre es der Tiger. Warum? Das beantworte ich nicht … :)

DANKE!!!!

 

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